Searchmetrics Glossar: das Lexikon für SEO und Content Marketing

Keyword Density

Die Keyword-Dichte, oder auch Suchbegriffsdichte, ist eine Kennzahl der Suchmaschinenoptimierung und bezieht sich auf das Verhältnis eines Suchbegriffs zur Gesamtwortzahl. Üblicherweise wird die Keyword Density in Prozent angegeben.

Lange Zeit war die Keyword-Dichte  der Gradmesser für den optimalen Content. Heute rückt diese Kennzahl zugunsten der Term-Gewichtung in den Hintergrund. Allerdings bleibt die Kennzahl immer noch ein Anhaltspunkt, um manuelle oder auch automatisch verhängte Penalties durch Google und andere Suchmaschinen nachvollziehen zu können.

Warum Suchmaschinen die Keyword-Dichte benötig(t)en

Wie immer bei SEO-Richtwerten lässt sich auch die Keyword-Dichte in die Evolutionsgeschichte der Suchmaschinentechnik einordnen. Die Kennzahl der Keyword Density stammt aus der Zeit, in der Keyword Stuffing nicht mehr Usus unter SEOs war. Die Keyword-Dichte  war schließlich ein Teil des Suchmaschinenalgorithmus der gängigen Suchmaschinenprovider, um Spam-Maßnahmen besser entlarven zu können.

Auch heute, im Zeitalter vielfältiger Möglichkeiten, um Inhalte zu klassifizieren, wird die Keyword-Dichte immer noch eine Rolle spielen, auch wenn kein Suchmaschinenprovider diese Vermutung explizit bestätigt hat. Vielmehr kann diese Vermutung nur indirekt anhand der Webmaster-Guidelines von Google & Co. ansatzweise als Tatsache verifiziert werden.

Wie wird die Keyword-Dichte berechnet und definiert?

Die Keyword-Dichte bestimmt das Verhältnis eines Suchbegriffs zur Gesamtwortzahl eines Textes bzw. einer Webseite. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Suchmaschinen textbasiert arbeiten, jedoch im Gegensatz zum menschlichen Besucher einer Webseite auch den nicht-sichtbaren Bereich im Quellcode scannen, also Alt-Tags oder auch Title-Tags. Je nach Definition der Keyword Density kann damit der sichtbare Text einer Website oder auch der komplette Quellcode analysiert werden. Damit wird belegt, dass zur Berechnung der Keyword-Dichte kein Konsens in der SEO-Szene herrscht.

Ein Beispiel: auf einer Website zum Thema „Baumhaus“ werden 500 Wörter verwendet. Das Thema ist auch zugleich der Schlüsselbegriff, zu welchem der Inhalt optimiert werden soll. Um eine Keyword-Dichte von 5 Prozent zu erhalten, müsste das Keyword „Baumhaus“ 25 Mal im Text vorkommen.

Formel:
[Anzahl des Suchbegriffs] x 100 : [Gesamtwortzahl] = [Keyword Density in Prozent]

Für unser Beispiel:
[25 mal der Begriff Baumhaus] x 100 : [500 Wörter] = [5 Prozent Keyword Density für das Schlüsselwort „Baumhaus“]
Es handelt sich bei der Bestimmung der Keyword-Dichte um einen einfachen Dreisatz, der einen eher groben Richtwert darstellt.

Was ist (war) die perfekte Keyword-Dichte für einen Text?

Spätestens seitdem die SEO-Szene spätestens im Jahr 2012 die Term-Gewichtung mit Hilfe von WDF*IDF (wieder-)entdeckt hat, die einen deutlich verbesserten Ansatz zur Determinierung von Content Relevanz auf dem langen Weg zur Holistic darstellt, sollte die Frage nach der optimalen Keyword Density für einen Text obsolet sein. Dennoch hilft es, wenn eventuell nur aus historischem Interesse an die optimale Keyword-Dichte erinnert wird.

Wichtig zu wissen ist, dass Google und andere Suchmaschinen selbst niemals Angaben zur perfekten Keyword-Dichte eines Textes bzw. einer Website gemacht haben. Denn bei dieser Kennzahl handelt es sich um in SEO-Kreisen anhand von Tests ermittelte Richtwerte, die je nach Quelle und Thema variieren können.

In Blogbeiträgen und Foren bewegen sich die gängigen Angaben für die optimale Keyword-Dichte zwischen drei und fünf Prozent. Es gibt jedoch auch SEOs, die mit einer Dichte von 10 Prozent arbeiten bzw. gearbeitet haben.

Dass die Keyword Density nur einer von vielen Ranking-Faktoren einer Website ist, hat die Ermittlung der optimalen Kennzahl zusätzlich erschwert. Denn was passiert mit einer stark verlinkten Website mit einer hohen Domain Popularity, die Texte mit einer hohen Keyword-Dichte von 10 Prozent? Unterliegt diese den gleichen Bewertungsmaßstäben wie eine kleine frische Website ohne eingehende Backlinks?

Ebenso könnte man sich fragen, wie sich die Keyword-Dichte auf Websites mit vielen Bildern auswirkt, im Vergleich zu Seiten mit nur wenigen Image-Dateien.

Grenzen der Keyword-Dichte

Per definitionem ist die Keyword-Dichte lediglich das Ergebnis eines simplen Dreisatzes. Viele weitere Aspekte wie die Keyword Proximity werden z. B. nicht berücksichtigt. Ebenso ist die Keyword Density nur für ein einzelnes Dokument gültig. Selbst wenn ein anderes Dokument die gleiche Dichte an Schlüsselbegriffen aufweist, sagt diese Zahl demnach noch lange nichts über die Relevanz eines Textes bzw. einer Webseite zu einem Suchbegriff oder einer Keyword-Kombination aus.

Bei Berechnungen der Keyword-Dichte im Bereich des Longtails muss diese Methode zudem zwangsläufig versagen, wenn nicht komplexere Methoden zur Berechnung herangezogen werden. Denn wie berechnet sich die Keyword-Dichte bei einer Kombination wie „Malermeister München Bewertung“? Zählt dann die Keyword-Nähe? Welcher dieser drei Einzelterme der Kombination trägt Bedeutung und welcher nicht?

An dieser Stelle ist das Prinzip der Keyword Density folglich an seinen Grenzen angekommen. Aus diesem Grund werden Texte und Webseiten heute anhand der Term-Gewichtung im Vergleich zu anderen Texten optimiert. Die neue Formel heißt demnach nicht mehr Keyword-Dichte, sondern WDF*IDF.

F