Searchmetrics Glossar: das Lexikon für SEO und Content Marketing

Suchmaschine

Eine Suchmaschine ist eine Website, über die Nutzer nach Inhalten im Internet suchen können. Dabei geben die Benutzer in ein Suchfeld den Suchbegriff ein, nach dem sie suchen möchten. Die Suchmaschine durchsucht daraufhin ihren Index nach Websites, die relevante Inhalte anbieten. Das Suchergebnis zeigt eine Liste der relevanten Websites an. Der interne Bewertungsalgorithmus der Suchmaschine entscheidet dabei, welches Ranking eine Website in den Suchergebnislisten (SERP) erzielt. Bekannte Suchmaschinen sind Google, Bing und Yahoo.

Searchmetrics Glossar: Suchmaschine

Entwicklung der Suchmaschinen

Die Entwicklung der Websuche ist eng mit der Entwicklung des kommerziellen Internets zu Beginn der 1990er-Jahre verknüpft. Denn je mehr das Internet von der Allgemeinheit genutzt wurde und je mehr Websites es gab, desto mehr Bedarf bestand an zuverlässigen Maschinen, mit deren Hilfe Inhalte im Web gefunden werden konnten.

Als erste Suchmaschine der Welt gilt „Archie“. Dabei handelte es sich um eine Anwendung der Universität McGill aus Montréal, die FTP-Dateien durchsuchen konnte. Sie wurde 1990 gestartet. Doch schon wenige Jahre später boomte der Markt für kommerzielle Suchmaschinen regelrecht. Mit Lycos, AltaVista, Yahoo, Fireball, AOL oder Excite drängten zwischen 1994 und 1997 viele Anbieter auf den Markt. Im Jahr 1998 wurde das Unternehmen Google gegründet und startete mit seiner Suchmaschine.

Viele einstige marktführende Suchprovider gibt es heute nicht mehr oder sind nahezu in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die bemerkenswerteste Entwicklung hat die Suchmaschine Google gemacht. Einst als Studentenprojekt 1995 von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University ins Leben gerufen, ist aus Google heute einer der größten Internetkonzerne der Welt entstanden.

So hat es Google als einzige Suchmaschine geschafft, dass sie nahezu zum Synonym für die Websuche an sich wurde. In Deutschland wird das Verb „googlen“ für „etwas im Internet suchen oder recherchieren“ sogar im Duden aufgeführt.

Heute werden Suchmaschinen zu großen Teilen mit mobilen Endgeräten verwendet. So gibt es Suchmaschinen auch als Webanwendungen oder App für Mobilgeräte. Ein Browser oder Desktop-PC ist nicht mehr Voraussetzung für die Suche nach Informationen im Web. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Eingabe nicht mehr über eine Tastatur erfolgen muss, sondern auch eine Sprachsteuerung möglich ist, wie zum Beispiel mit der Google-App und dem Sprachbefehl „OK, Google“.

Von der Suchmaschine zur „Antwortmaschine“

Suchmaschinen waren zu Beginn sehr rudimentär angelegt. Dies galt sowohl für das Anlegen eines Index als auch für die Auslieferung der Suchergebnisse im Browser. Zugleich waren die Ergebnisse bei weitem nicht so passend wie heute. Zunächst war es nur möglich, Websites ausschließlich auf der Basis von Text zu durchsuchen. Einen wichtigen Schritt zu mehr Effizienz bei der Einstufung von Internetseiten stellte die Erfindung des „Page Rank“ durch Google dar.

Heute sind Suchergebnisse nicht nur auf Textdokumente beschränkt. Nutzer können Videos, Bilder, News, Flüge oder Produkte suchen. Darüber hinaus hat sich die Art, die Websuche zu verwenden, weiterentwickelt. Suchten Nutzer früher ausschließlich stichwortartig und im Telegrammstil, geht der Trend heute zur Sprachsuche, bei denen komplett Fragen gestellt werden.

Google hat seine Algorithmen kontinuierlich weiterentwickelt, sodass heute Künstliche Intelligenz für die Bearbeitung der Suchanfragen genutzt wird. Der „Rank Brain“ genannte Algorithmus ist selbstlernend und kann auch Fragestellungen beantworten, die zuvor noch nie gestellt worden. Immerhin trifft dies laut Google auf bis zu 15 Prozent der täglichen Suchanfragen zu.

Crawling und Indexierung: So funktionieren Suchmaschinen

Suchmaschinen basieren auf zwei grundlegenden Techniken, dem Crawling und der Indexierung. Suchmaschinenrobots – auch Crawler oder Spider genannt – durchsuchen das Web nach neuen Inhalten, indem sie Links auf Webseiten folgen. Beim Crawling einer Website werden die Inhalte sowie weitere Daten zur Webseite gespeichert und an einen Index übergeben. Es gibt verschiedene Indizes, zum Beispiel für Bilder, Websites oder Videos. Anschließend wird dieser Index bei jeder Suchanfrage abgerufen. Mit Hilfe von Algorithmen und verschiedenen Rankingkriterien werden die Ergebnisse aus dem Index priorisiert und in die SERP ausgeliefert.

Die Algorithmen der Suchmaschinen werden kontinuierlich aktualisiert. Google ist mittlerweile bei seinen wichtigsten Algorithmen, Penguin und Panda, zu einer durchgehenden Aktualisierung übergegangen. Penguin und Panda gehören inzwischen zum sogenannten „Core-Algorithmus“ der Suchmaschine.

Allein Google verwendet mehrere hundert verschiedene Faktoren, die das Ranking innerhalb der Ergebnisse beeinflussen.

Marktanteile & Anbieter von Suchmaschinen

Anhand ihrer Marktanteile sind Google, Bing und Yahoo die meist verwendeten Suchmaschinen in Europa und den USA. In Deutschland lag der Marktanteil von Google 2016 bei knapp 95 Prozent. Bing folgte mit knapp über vier und Yahoo mit knapp einem Prozent. Im Rest Europas sieht die Verteilung ähnlich aus. Einzig in Tschechien ist die Suchmaschine Seznam mit rund einem Viertel Marktanteil ein ernst zu nehmender Konkurrent. In Russland spielt Yandex eine führende Rolle. In China ist die staatlich geförderte Suchmaschine Baidu marktführend.

In den USA war Google mit über 60 Prozent Marktanteilen 2016 ebenfalls Marktführer, gefolgt von Bing mit über 21 und Yahoo mit über 12 Prozent.

Alternative Suchmaschinen

Die großen Suchprovider wie Google, Bing oder Yahoo speichern Nutzerdaten, die sie für andere hauseigene Produkte sowie für das Ausspielen von Werbung nutzen. Schließlich finanzieren sich diese kommerziellen Suchmaschinen über Werbeeinnahmen. Durch diese Verknüpfung ist es für Nutzer meist schwer, anonym zu bleiben. Neben der IP-Adresse können auch private Daten aus verschiedenen Quellen gespeichert werden. Aus diesem Grund suchen viele Nutzer nach alternativen Suchprovidern, die keine Nutzerdaten speichern. Zwar wird die Google-Suche auch über eine verschlüsselte Verbindung im Netz realisiert, doch letztlich hat dieser Schutz nur wenig mit der Speicherung von Nutzungsdaten zu tun und ist eher zum Absichern vor Phishing gedacht.

Suchmaschinen, die keine Nutzerdaten speichern, sind zum Beispiel:

  • Ixquick
  • DuckDuckGo
  • Qwant
  • MetaGer
  • Startpage

 

Spezialsuchmaschinen

In gewisser Weise kann heute jede Website zur Spezialsuchmaschine werden und entsprechende Software einsetzen. Dies können Online-Shops sein, die ihren Kunden über eine Shopsuche Zugriff auf das Sortiment bieten oder Dienstleister wie Bilddatenbanken mit Stock-Fotos.

Als Alternative zur Google-Suche gelten zum Beispiel im E-Commerce-Bereich der Anbieter Amazon oder Ebay. Viele Käufer gehen dabei nicht mehr den Umweg über die Google-Suche, sondern suchen Produkte direkt auf diesen Plattformen.

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