Searchmetrics Glossar: das Lexikon für SEO und Content Marketing

AMP

Inzwischen werden mehr Suchanfragen über Mobilgeräte als über Desktops ausgeführt. Damit die Ladegeschwindigkeit von Websites auf Mobilgeräten entsprechend schnell geht, wurde das OpenSource-Framework der Accelerated Mobile Pages (AMP) geschaffen. Das Framework mit seinen limitierten JavaScript- und CSS-Elementen sorgt dafür, dass nur wenige Ressourcen für die Seitenansicht geladen werden müssen. Hintergrund, Tipps zur Einbettung und Vorteile finden Sie in diesem Glossar-Beitrag.

Searchmetrics Glossar: Accelerated Mobile Pages

 

Was ist AMP?

AMP steht für Accelerated Mobile Pages. Dabei handelt es sich um ein OpenSource-Framework mit Fokus auf kurzen Ladezeiten für mobile Websites. Charakteristisch sind reduzierte JavaScript- und CSS-Elemente sowie das Laden von Content-Elementen über ein Content Delivery Netzwerk.

So hat sich das AMP-Projekt entwickelt

Im Jahr 2015 erfolgte der Start für das „Accelerated Mobile Pages Project“. Zu den Initiatoren gehörten Google, WordPress sowie der Softwarekonzern Adobe. Sie wollten auf den steigenden Bedarf an schnellen mobilen Websites reagieren, der seitens Publisher und Unternehmen immer wieder thematisiert wurde. Das Ziel der Initiative war und ist es, ein System zu errichten, das allen Beteiligten Vorteile bringen sollte. So sollten Werbetreibende ebenso wie Publisher und letztlich die User von AMP profitieren.

Zu den ersten Nachrichtenportalen, die AMP einsetzten, gehörten die FAZ, die Zeit, die Washington Post sowie BuzzFeed. Auch der britische Guardian sowie die spanische El Pais beteiligten sich von Anfang an am AMP-Projekt. Twitter und LinkedIn sowie Pinterest starteten als Technikpartner.

Heute verwenden nahezu alle großen Online-Medien die AMP-Technik. Sie haben den großen Nutzen der schnell ladenden mobilen Websites erkannt. Mit Hilfe entsprechender Plugins können zum Beispiel auch WordPress-Nutzer AMP veröffentlichen. Bis dato gibt es noch keine E-Commerce-Lösung mit AMP.

Warum AMP heute sinnvoll sind

In diesem Jahrzehnt hat das Smartphone in vielen Branchen und Ländern den Desktop-PC überholt, wenn es um die Internetnutzung geht. Wir suchen mobil nach einem Restaurant in der Nähe, kaufen mobil ein oder lesen Nachrichten in der U-Bahn. Wer mobil surft, erwartet dabei in besonderem Maße schnell ladende Websites. Die kritische Grenze liegt in der Regel bei drei Sekunden. Braucht eine Webseite länger zum Laden, springt die Mehrheit der mobilen Internetnutzer ab und verlässt die Seite.

Es gibt somit zwei Gründe für den Einsatz von AMP: die kurze Ladezeit und der Bedarf an mobil optimierten Internetseiten.

So funktionieren AMP

Wie schnell Webinhalte laden, hängt zum einen von der Verbindungsgeschwindigkeit und zum anderen von der Dateigröße der Website ab. Beide Aspekte bedingen sich gegenseitig. So lädt eine Seite zum Beispiel auch dann langsam, wenn die Internetgeschwindigkeit zwar hoch ist, aber große Dateimengen zu laden sind.

AMP selbst hat keinen Einfluss auf die vorhandene Kapazität einer Internetleitung, doch kann die Technik beste Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine mobile Webseite auch bei einer langsamen Datenverbindung schnell lädt.

Der Schlüssel in der kurzen Ladezeit liegt bei AMP primär in der Reduktion der Dateien, die für die Seite geladen werden müssen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist ein Proxyserver, der einen aktuellen Cache der Zielseite bereithält. Diese Inhalte werden über ein Content-Delivery-Network ausgeliefert. Das hat den Vorteil, dass die Seite unabhängig von Nutzerstandort nahezu gleich schnell aufgebaut werden kann.

Allgemein gilt, dass alle Server AMP-Quellcode auslesen können, da der Code auf bekannten Skripten basiert.

Diese drei Elemente sind charakteristisch für AMP:

  • AMP HTML: Der HTML-Code einer Accelerated Mobile Page ist auf das Nötigste beschränkt. Wird die Seite aufgerufen, erfolgt nur ein http-Request.
  • AMP JavaScript: Für AMP wird asynchroner JS-Code verwendet. Auf diese Weise kann sich die Seite schon aufbauen, bevor alle JS-Elemente geladen wurden.
  • AMP CDN: Von jeder AMP-Webseite wird ein Zwischenspeicher auf verschiedenen Servern weltweit angelegt. Über ein Content-Delivery-Netzwerk können diese Inhalte dann auf dem kürzesten Weg zum Nutzer gebracht werden. Ein weiterer Vorteil des CDN besteht darin, dass die Funktionsfähigkeit der AMP kontinuierlich geprüft wird. So werden Seitenausfälle vermieden.

Welche Anpassungen müssen bei AMP am HTML-Code vorgenommen werden?

  • Content in Form von audiovisuellen Medien muss mit speziellen AMP-Tags markiert werden, zum Beispiel amp-img, amp-video, amp-audio oder amp-iframe.
    • Ein Bild kann zum Beispiel so in den Quellcode einer AMP eingefügt werden:
      <amp-img src=”meinbild.jpg” alt=”das sieht man auf dem Bild” height=”200″ width=”300″></amp-img>
  • Folgende Tags müssen auf jeder AMP vorhanden sein, damit diese korrekt dargestellt werden kann:
    • Dokumententyp: <!doctype html>
    • Top-Level-Tag: <html>tag oder <html amp>
    • <head> und <body> Tags
    • Canonical-Tag im Header: <link rel=”canonical” href=”http://www.meinenormaleURL.de” />
    • Codierung: <pre><meta charset=”utf-8″></pre> im Header
    • Viewport: <meta name=”viewport” content=”width=device-width,minimum-scale=1″>
    • Angabe zum AMP-CDN: <script async src=”https://cdn.ampproject.org/v0.js”></script>
    • Hinweis zur Deckkraft: <style>body {opacity: 0}</style><noscript><style>body {opacity: 1}</style></noscript>

Die Vorteile von AMP nach Nutzergruppen

  • Werbetreibende: Advertiser können mit AMP unterschiedliche Werbeformate nutzen. Die Werbeinhalte laden asynchron. Dadurch werden Nutzer nicht durch Werbung beeinträchtigt, die den Seitenaufbau blockiert.
  • Publisher: Publisher profitieren von einer prominenten Platzierung von AMP-Websites im News-Umfeld. Die hohe Usability der mobil-optimierten Websites trägt darüber hinaus zu positiven Nutzersignalen bei.
  • User: Für Nutzer sind AMP ideal. Sie müssen nicht lange auf den Seitenaufbau warten und können auch bei schlechten Internetverbindungen auf eine hohe Performance vertrauen.

Einbettung in den „Mobile-First-Kontext“ und Ausblick

AMP sind nur ein Ansatz, um Websites für Mobilgeräte zu optimieren. Nachdem ein speziell auf die Mobilfreundlichkeit von Websites gerichtetes Google Update im Jahr 2015 nicht nur die SEO-Gemeinde weltweit aufgerüttelt hat, ist spätestens seit diesem Jahr das Bewusstsein für die mobile Optimierung gestiegen. Die Suchmaschine Google hat mittlerweile noch weitere Zeichen gesetzt, die einen Mobile-First-Ansatz unterstreichen. So soll der Mobile Index zum primären Index für die Suchergebnisse von Google werden.

Neben der mobilen Optimierung mit AMP bietet sich Webmastern mit Responsive Webdesign oder separaten mobilen URLs mit Progressive Web Apps eine weitere interessante Variante an.

Searchmetrics Medien-Ranking-Faktoren:

Wie sollen Medien-Websites ihren Content gestalten, um bei Suchmaschinen zu performen? Und wie verbreitet sind Accelerated Mobile Pages (AMP) bei Publishern? Unsere Studie beantwortet diese Fragen und mehr – und hilft mit praktischen Handlungsempfehlungen, Medien-Website in den Google-Rankings steigen zu lassen.

 

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